Markt im Minus Immobilien in Deutschland laut Kieler Forschern wieder günstiger

Geschäft Aug 6, 2026 IDOPRESS

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Einfamilienhaus-Siedlung in Schleswig-Holstein: Angebotspreise werden häufiger nach unten korrigiert

Foto: Daniel Reinhardt / IMAGO

Der Immobilienmarkt in Deutschland kühlt sich spürbar ab. Wohnimmobilien verteuerten sich im zweiten Quartal nur noch moderat,wie das Kiel ​Institut für Weltwirtschaft (IfW) zu seinem aktuellen Greix-Kaufpreisindex mitteilte. Demnach kosteten Eigentumswohnungen im Vergleich zum Vorjahresquartal 0,4 Prozent ‌und Einfamilienhäuser 1,9 Prozent mehr. Bei Mehrfamilienhäusern fielen die Preise sogar um 3,5 Prozent.

Inflationsbereinigt,also gemessen in aktueller Kaufkraft,zeigt sich noch ein gänzlich anderes Bild: Im Vorjahresvergleich liegen alle drei Segmente im Minus: Eigentumswohnungen 2,1 Prozent,Einfamilienhäuser 0,7 Prozent und Mehrfamilienhäuser 5,9 Prozent,wobei die Aussagekraft des Werts bei Mehrfamilienhäusern aufgrund weniger Transaktionen eingeschränkt ist.

»Nominal steigen die Preise zwar weiter,doch der Auftrieb hat sichtbar an Schwung verloren«,sagte ​IfW-Experte Jonas Zdrzalek. Entscheidend sei der Blick auf die Kaufkraft. »Im Jahresvergleich liegen alle drei Marktsegmente real ⁠im Minus.«

Regional große Unterschiede

Sprich: Selbst,wenn die Kaufpreise in Euro gegenüber dem Vorjahr weiter steigen,können sich Verkäufer von diesem Betrag heute weniger leisten als vor einem Jahr. Wer eine Immobilie zur Altersvorsorge hat,dessen Vermögen ist also zwar nominal gewachsen,hat real aber abgenommen. Für Käufer wiederum sind Immobilien gemessen an der Kaufkraft wieder etwas günstiger.

Der Greix-Kaufpreisindex bildet die Preisentwicklung einzelner Städte und Stadtviertel bis zurück ins Jahr 1960 ab und basiert auf über zwei Millionen Transaktionsdaten,besonders den Kaufpreissammlungen der lokalen Gutachterausschüsse,die notariell beglaubigte Verkaufspreise enthalten. Mithilfe des Datensatzes können langfristige Trends der Immobilienmärkte analysiert und aktuelle Entwicklungen im historischen Kontext eingeordnet werden.

Ein ⁠weiteres Anzeichen für eine Abkühlung sei die Entwicklung bei Inseraten. »Dazu passt,dass Angebotspreise in Inseraten wieder häufiger nach unten angepasst werden,was in der Vergangenheit ein zuverlässiger Indikator ‌für eine nachlassende Preisdynamik war«,sagte Zdrzalek.

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Die Zahl ​der Verkäufe entwickelte sich ebenfalls unterschiedlich. ‌Im ersten Quartal wechselten den Daten zufolge 9,3 Prozent mehr ‌Wohnungen den ​Besitzer als ein Jahr zuvor. Bei Ein- und Mehrfamilienhäusern blieb die Marktaktivität dagegen weitgehend unverändert. Die vorläufigen Daten ​für das zweite Quartal deuten den Angaben ⁠nach darauf hin,dass sich ​der Zuwachs bei ​den Verkäufen von Eigentumswohnungen fortsetzt,wenn auch merklich langsamer. Die Studie beruht auf notariell beglaubigten Transaktionsdaten.

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apr/Reuters

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