Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft ist für dieses Jahr noch etwas pessimistischer als die Bundesregierung. Das Wachstum könnte demnach sehr gering ausfallen.


Bild vergrößern
Container im Hamburger Hafen: Vor Beginn des Irankriegs ging es der deutschen Wirtschaft noch etwas besser
Foto: Christian Charisius / dpa
Konjunkturforscher des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) rechnen in diesem Jahr nur noch mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. Das zeigt eine Auswertung,die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Noch im Dezember hatte die Prognose bei 0,9 Prozent gelegen.
»Der Irankrieg hat die zaghafte Erholung der deutschen Wirtschaft abgewürgt. Steigende Energiepreise und Lieferstörungen treffen ein Land,das nach drei Jahren Rezession und Stagnation kaum noch Puffer hat«,sagte IW-Ökonom Michael Grömling. Das minimale Plus komme vor allem durch staatliche Konsumausgaben und Investitionen in die Verteidigung zustande.
Die Bundesregierung ist nur minimal optimistischer: Sie rechnet derzeit mit einem halben Prozent Wachstum.
Der Krieg konfrontiert nach IW-Einschätzung die gesamte Weltwirtschaft mit schwer kalkulierbaren ökonomischen Belastungen. Davon sind alle Bereiche der deutschen Wirtschaft betroffen. Infolge des Energiepreisschocks wird im Jahresdurchschnitt 2026 eine Inflationsrate von drei Prozent erwartet. Die EU strebt zwei Prozent an. Laut Auswertung sinkt so die Erwerbstätigkeit,die Anlageinvestitionen gehen zurück und der private Konsum stagniert.
Die Prognose ist Grömling zufolge jedoch mit hoher Unsicherheit behaftet. Die tatsächlichen Auswirkungen hingen von der Dauer des Krieges ab.
Für das Gesamtjahr 2025 wurde ein Miniwachstum von 0,2 Prozent errechnet. 2023 (minus 0,9 Prozent) und 2024 (minus 0,5 Prozent) war Deutschland in die Rezession gerutscht.
data-area="text" data-pos="17">
Die positive Entwicklung vom März verteilte sich auf fast alle Wirtschaftsbereiche. Besonders starke Zuwächse meldeten die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen (+21,5 Prozent zum Vormonat),die Maschinenbauer (+6,9 Prozent) sowie die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten,elektronischen und optischen Erzeugnissen (+14,4 Prozent). Die Folgemonate dürften allerdings stärker vom Irankrieg beeinflusst sein.
Der versprochene Aufschwung ist verschoben,die Prognosen sind düster,Ökonomen alarmiert: Welche Maßnahmen die Bundesregierung jetzt dringend umsetzen muss,um die Wirtschaft wieder anzukurbeln,lesen Sie hier.
kko/dpa/Reuters
