Urteil zum Klimaschutz Verbrenner-Aus ab 2030 gefordert – Umwelthilfe scheitert mit Klage gegen Mercedes und BMW

Auf dem Gerichtswege wollten Umweltschützer BMW und Mercedes-Benz zu einem Verbrenner-Aus ab 2030 verpflichten. Der BGH sieht die Zuständigkeit jedoch bei der Politik, nicht bei den Gerichten.

Technik Mar 24, 2026 IDOPRESS

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Aktenordner im Sitzungssaal des BGH: Zuständigkeit im Plenarsaal

Foto: Uli Deck / dpa

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ist am Bundesgerichtshof (BGH) mit Klimaklagen gegen BMW und Mercedes-Benz gescheitert. Der Verein wollte vor Gericht erreichen,dass den Autoherstellern untersagt wird,nach November 2030 noch Neuwagen mit klimaschädlichen Verbrennungsmotoren zu verkaufen. Schon in den Vorinstanzen in München und Stuttgart hatten die Klagen keinen Erfolg. Nun wies der BGH als letzte Instanz die Revisionen der DUH zurück.

Im Zentrum des Verfahrens stand die Frage,ob Unternehmen auch abseits staatlicher Vorschriften vor Zivilgerichten zu bestimmten Klimamaßnahmen verpflichtet werden können. Drei Geschäftsführer der Umwelthilfe hatten sich in ihrer Klage auf ihr im Grundgesetz verankertes,allgemeines Persönlichkeitsrecht berufen.

DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz kündigte an,das BGH-Urteil werde geprüft und dann entschieden,ob der Verein vor das Bundesverfassungsgericht ziehe.

Kläger berufen sich auf Bundesverfassungsgericht

Dadurch,dass BMW und Mercedes einen zu großen Teil des globalen und nationalen CO₂-Budgets aufbrauchten,würde der politische Handlungsspielraum beschränkt,sagten sie. So würden später weitreichende Maßnahmen zur CO₂-Reduktion notwendig,die wiederum ihre Freiheitsrechte einschränken würden. Die Argumentation basierte auf dem berühmten Klimaschutz-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2021.

Das höchste Gericht Deutschlands hatte im März 2021 entschieden,dass das Klimaschutzgesetz des Bundes in seiner damaligen Form zu kurz griff,und vom Gesetzgeber Nachbesserungen gefordert. Die zum Teil noch sehr jungen Klägerinnen und Kläger würden durch die Regelungen in ihren Freiheitsrechten verletzt,hieß es. Denn: »Die Vorschriften verschieben hohe Emissionsminderungslasten unumkehrbar auf Zeiträume nach 2030.«

Plenarsaal entscheidet,nicht Gerichtssaal

Während es damals um eine Verpflichtung des Staates ging,ging es am BGH nun darum,ob auch Großemittenten wie BMW und Mercedes vor Gericht in die Pflicht genommen werden können. Mercedes hatte nach der Verhandlung vor drei Wochen erklärt,gesetzliche Vorgaben zu Klimazielen seien Aufgabe des Gesetzgebers,nicht der Rechtsprechung. Auch ein BMW-Sprecher betonte: Die Auseinandersetzung über den Weg zur Erreichung der Klimaziele müsse im Plenarsaal geführt werden,nicht im Gerichtssaal.

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Ähnlich äußerte sich jetzt auch der sechste Zivilsenat des BGH in Karlsruhe. Privatpersonen könnten die erhobenen Forderungen nicht gegen Kraftfahrzeughersteller durchsetzen. Sie seien durch das Handeln der Unternehmen nicht in ihrem allgemeinen Persönlichkeitsrecht beeinträchtigt,sagte der Vorsitzende Richter Stephan Seiters.

Die Vorgabe eines Rest-Budgets an zugelassenen CO₂-Emissionen gelte bislang deutschlandweit und beziehe sich nicht etwa auf einzelne Bundesländer,den Verkehrssektor oder gar einzelne Unternehmen. Das zu regeln wäre Sache der Politik,sagte Seiters. Die Verantwortung für den Klimaschutz liege beim Gesetzgeber. Gegen womöglich zu hohe CO₂-Emissionsmengen könne man dann Verfassungsbeschwerde erheben.

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mik/dpa

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