Liebe Mitbürgerin und lieber Mitbürger,
kürzlich hat die örtliche Tageszeitung NWZ eine Umfrage für die Bürgerinnen und Bürger unserer liebenswerten Stadt angeboten. Sie durften den vorhandenen Angeboten in den Kindertagesstätten,für Jugendliche,für Senioren,an Schulen,der Mobilität,Gastronomie,Anbindung an den Radschnellweg,das kulturelle Angebot,die Einkaufsmöglichkeiten und die medizinische Versorgung mit Schulnoten bewerten. Dabei ist im Durchschnitt die Schulnote 3 herausgekommen.
Nun mag das auf den ersten Blick „nur befriedigend“ wirken,doch zeigt das auch: Es gibt Menschen,die sehr zufrieden sind mit dem,was die Stadt Uhingen und der Gemeinderat vor Ort leisten – und eben Menschen,die sich mehr wünschen. Wenn man sich alle Fragen zusammen anschaut,haben wir positive Aussagen zu den Kindertagesstätten,zur Jugendarbeit,zur Seniorenarbeit und zu den Schulen bekommen. Beim Arbeitsplatzangebot erhielt die Stadt Uhingen mit 3,5 eine schlechtere Note,was sicherlich auch mit aktuellen wirtschaftlichen Lage im Filstal zu tun hat.
Sicherlich kennen Sie das Sprichwort: „Auf der anderen Seite ist das Gras grüner“. Es verdeutlicht,dass wir Menschen oft dazu neigen,die Situation bei unseren Mitmenschen oder in anderen Gemeinden als besser zu empfinden als es bei uns ist. In Uhingen verfügen wir beispielsweise mit dem Uditorium über die Möglichkeit für Konzerte und Kleinkunstveranstaltungen,die in Städten vergleichbarer Größe nicht unbedingt zu erwarten ist.
Um die Ergebnisse der Umfrage besser einordnen zu können,hilft der Blick auf eine deutschlandweite Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft. Sie vergleicht alle 10.817 Gemeinden in Deutschland in fünf Bereichen – Bildung,Gesundheit,Mobilität,Digital und Freizeit. Sechs Gemeinden aus dem Landkreis Göppingen landen dabei unter den Top 500 – auch Uhingen.
Wir Schwaben neigen generell dazu,unser Licht unter den Scheffel zu stellen und auch mit Lob äußerst zurückhaltend zu sein. Das aber ist hier nicht angepasst. Denn unsere lebens- und liebenswerte Stadt kommt im Ranking auf Platz 343. Besser sind aus unserem Landkreis nur Kuchen (327) und Göppingen (166). Um es mit dem eingangs zitierten Sprichwort zu sagen: Das Gras in Uhingen ist genauso grün,wie in anderen Gemeinden – wenn nicht sogar grüner!
In den einzelnen Bereichen schneiden wir dort besonders gut ab,wo wir als Gemeinde einen direkten Einfluss haben: auf die Freizeit (Platz 365). In den Bereichen Bildung (Platz 1.170),Gesundheit (1.663),Mobilität (1.266) und Digital (3.781) können wir nur grob Einfluss nehmen.
Eine Verbesserung bei der Digitalisierung dürfte mit der Verwirklichung des Glasfasernetzes in Uhingen erfolgen,was wir aber ebenfalls nur bedingt steuern können. Gleiches gilt für die Bildung und die Gesundheit: Mit einem Gymnasium und einem Ärztezentrum wären wir natürlich im Ranking besser. Doch hier liegen die entscheidenden Stellschrauben bei Land und Bund. Wir können nur die Rahmenbedingungen gestalten,soweit es in den Aufgabenbereich von Stadtverwaltung und Gemeinderat fällt: durch ein ansprechendes Freizeitangebot oder im Bereich der Mobilität mit einem Bürgerbus (dem ULi-Bus).
Apropos Mobilität: Anbindung an die B10,an die Bahnstrecke Stuttgart-Ulm,an Mittelzentren wie Schorndorf,Esslingen,Göppingen und Kirchheim/Teck – all das bietet Uhingen.
Platz 343 unter 10.917 Gemeinden ist für Uhingen ein beachtlicher Erfolg. Das gute Abschneiden spricht dafür,dass die Stadt in vielen Bereichen gut aufgestellt ist. Es kann als Anerkennung für die Arbeit von Stadtverwaltung,Bürgermeister und Gemeinderat gewertet werden – ebenso aber auch für das Engagement der örtlichen Unternehmen,Vereine und Bürgerschaft. Denn die Kriterien des IW-Gemeindechecks entstehen über einen langen Zeitraum und sind das Ergebnis vieler gemeinsamer Entscheidungen und Entwicklungen.
Liebe Mitbürgerin und lieber Mitbürger,erfolgreiche Kommunalpolitik entsteht im Zusammenspiel von Politik und Verwaltung. Die Stadtverwaltung und externe Fachleute liefern die fachlichen Grundlagen,der Gemeinderat entscheidet über den politischen Kurs. Gute Entscheidungen zeichnen sich dabei nicht dadurch aus,jede Expertenmeinung infrage zu stellen,sondern sie sorgfältig zu prüfen und dort,wo sie überzeugt,als Grundlage für verantwortungsvolle Beschlüsse zu nutzen. Das Abschneiden Uhingens im IW-Gemeindecheck kann deshalb auch als Bestätigung dieses gemeinsamen Vorgehens verstanden werden.
Es grüßt Sie herzlich,
Ihr
Matthias Wittlinger
Bürgermeister Stadt Uhingen
