Wirtschaftskrise in Deutschland Firmeninsolvenzen steigen auf 20-Jahres-Hoch

»Keine Konjunkturdelle mehr, sondern eine Überlebensfrage«: Die Zahl der zahlungsunfähigen Firmen in Deutschland lag im vergangenen Jahr höher als während der Finanzkrise. Auch für 2026 erwarten Experten keine Trendwende.

Herstellung Jan 9, 2026 IDOPRESS

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Büroeinrichtung einer insolventen Firma (Symbolbild)

Foto: Jan Woitas / dpa-tmn / dpa

Die deutsche Wirtschaft steckt in Schwierigkeiten,das wird auch bei der Zahl der Firmenpleiten deutlich. Im vergangenen Jahr stiegen sie laut einer Analyse des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)

auf den höchsten Stand seit 20 Jahren. Allein im Dezember nahm die Zahl der Insolvenzen noch einmal deutlich zu und lag mit 1519 Fällen um 75 Prozent über dem Niveau eines durchschnittlichen Dezembers der Jahre 2016 bis 2019,also vor der Coronapandemie.

Im Gesamtjahr 2025 lag die Zahl der Insolvenzen bei 17.604. Selbst im Zuge der Finanzkrise 2009 habe die Zahl rund fünf Prozent niedriger gelegen,hieß es.

Die hohen Insolvenzzahlen ließen sich nicht mehr durch Nachholeffekte aus der Pandemie und mit der Zinspolitik erklären,sagte Steffen Müller,Leiter der IWH-Insolvenzforschung. Sie spiegelten »immer deutlicher die gegenwärtigen wirtschaftlichen Herausforderungen in Deutschland wider«. Gleichzeitig stellten Insolvenzen aber auch eine notwendige Marktbereinigung dar,wodurch Platz für zukunftsfähige Unternehmen geschaffen werde.

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»Die deutsche Wirtschaft ringt nicht mehr nur mit Kopfschmerzen – sie hat Fieber bekommen«,sagte Falkensteg-Partner Jonas Eckhardt. Die Ursachen seien vielfältig,aber ihr Zusammenspiel entwickele eine beunruhigende Dynamik. »Für viele Mittelständler ist das keine Konjunkturdelle mehr,sondern eine Überlebensfrage.« Auch für das Jahr 2026 sehen die Experten keine Trendwende in Sicht.

Warum der Industriepräsident den Wirtschaftsstandort Deutschland »im freien Fall« sieht,lesen Sie hier.

hba/dpa

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