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Amazon-Rechenzentrum im US-Bundesstaat Indiana
Foto: Noah Berger / REUTERS
Im zweiten Quartal 2026 hat Amazon unter dem Strich 62,65 Milliarden Dollar Gewinn gemacht. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lag der Gewinn in dem Zeitraum von April bis Juni noch bei 18,1 Milliarden Dollar. Der Umsatz des US-Techkonzerns stieg im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 200,6 Milliarden Dollar.
Die außergewöhnlich guten Zahlen täuschen allerdings etwas. Sie schließen auch zusätzliche Buchgewinne ein,etwa durch die Neubewertung der Beteiligung an der KI-Firma Anthropic. Sie lagen vor Steuern bei 53,4 Milliarden Dollar.
Der KI-Boom beschert Amazon aber auch hohe Kosten. Vor allem wegen stark gestiegener Preise für Speicherchips wird der Konzern noch 20 Milliarden Dollar mehr in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur stecken,sagte Amazon-Chef Andy Jassy. Er prognostizierte die Kapitalausgaben im Gesamtjahr mit 220 statt zuvor 200 Milliarden Dollar. Selbst damit werde man noch nicht genug Kapazitäten haben,um die Nachfrage der Kunden nach Rechenleistung zu erfüllen,sagte Jassy in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Das werde sich wohl auch 2027 nicht ändern.
Jassy verwies auch darauf,dass die Infrastrukturausgaben derzeit besonders hoch seien,weil Amazon Rechenzentren von Grund auf neu baue. Wenn sie erst einmal fertig seien,würden die Gebäude mehr als 30 Jahre halten,während man nur alle fünf bis sechs Jahre die Computertechnik in ihnen erneuern werde.
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Jassy sprach davon,dass sich selbst für 2028 bereits eine »bemerkenswerte« Nachfrage abzeichne. Amazon glaube inzwischen,dass AWS beim jährlichen Umsatz mit der Zeit auch die Billionenmarke überschreiten könne. An der Börse kamen die Zahlen und solcher Optimismus gut an. Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel zeitweise um zehn Prozent. Beim Facebook-Konzern Meta hatten die Anleger hingegen KI-Visionen von Gründer und Chef Mark Zuckerberg mit einem Kursminus von acht Prozent quittiert.
fdi/dpa
