Ifo-Index steigt zum dritten Mal in Folge In deutschen Unternehmen deutet sich ganz vorsichtig eine Trendwende an

Ausbildung Jul 28, 2026 IDOPRESS

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Baustelle in Dresden: Ein Lichtblick in der Krise

Foto: Arno Burgi / dpa

Von Euphorie spricht niemand,aber von der Hoffnung auf eine Trendwende. Trotz der unsicheren Lage im Nahen Osten hat sich die Stimmung ​in den Chefetagen der deutschen Unternehmen erneut etwas aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Juli auf 86,6 Punkte. Es war der dritte Anstieg in Folge,wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilt.

»Trotz der unsicheren Lage am Persischen Golf zeigt sich die deutsche Wirtschaft weniger pessimistisch«,sagte Ifo-Chef Clemens Fuest. Die Firmen blicken zwar etwas skeptischer auf ihre Lage als zuletzt,bewerten ihre Geschäftsaussichten aber optimistischer.

»In dieser ​schwierigen Gemengelage ist das ein ‌Lichtblick«,sagte der Umfragechef des Münchner Ifo-Instituts,Klaus Wohlrabe. »Die deutsche Wirtschaft ist bereit,Schwung aufzunehmen.« In der zweiten Jahreshälfte dürfte das milliardenschwere Infrastrukturpaket der Bundesregierung nach und nach seine Wirkung entfalten. »Insbesondere die Erwartungen erleben einen deutlichen Schub«,hieß es beim Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut.

Firmen stellen sich auf steigende Preise ein

Vor allem in ​den Chefetagen der deutschen Industrieunternehmen hat sich die Stimmung im Juli aufgehellt. »Die Betriebe berichten von einer verbesserten Nachfrage«,sagte Wohlrabe. Das betreffe ⁠alle großen ⁠Branchen wie Auto- und Maschinenbauer,nicht jedoch die Chemieindustrie. Dort nahm der Pessimismus zu,laut Ifo-Ökonom Wohlrabe wohl getrieben von steigenden Ölpreisen.

Diese lassen auch ‌die Preiserwartungen in der Wirtschaft insgesamt steigen. »Viele Unternehmen ​sind auf ‌Preiserhöhungen gewechselt«,sagte Wohlrabe. »Auch hat die Unsicherheit wieder zugenommen,und zwar branchenübergreifend.« Von Optimismus sei die deutsche Wirtschaft noch ein Stück weit entfernt.

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»Im ​tiefen Keller brennt noch Licht«

Ökonomen geben sich betont zurückhaltend. »Der deutliche Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas ist nur bedingt aussagefähig«,warnte Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer. Denn die meisten ‌Unternehmen hätten die Umfrage vor dem massiven Ölpreisanstieg der beiden vergangenen Wochen beantwortet. »Aber zumindest zeigt der Anstieg,welches Erholungspotenzial vorhanden ist«,sagte Krämer mit Blick auf eine mögliche Einigung zwischen den USA und Iran. Er gehe jedoch davon aus,dass die Konjunktur auch im zweiten Halbjahr unter hohen Energiepreisen leiden werde.

Ähnlich vorsichtig äußerte sich Chefvolkswirt Alexander Krüger von ‌der Bank Bethman HAL: »Im ​tiefen Keller brennt noch Licht – auf dem niedrigen Niveau ist die bessere Stimmung aber kaum wahrnehmbar«,beschrieb er die Lage.

mmq/Reuters

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