Skurrile Auktion Künstliche Insel vor Rügen zu verkaufen

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Eiland Ostervilm in der Ostsee: »Spartanisch,aber funktional«

Foto: Philip Dulian / dpa

Am 4. Juni kann man in Hamburg eine künstliche Insel ersteigern. Zum Verkauf steht die ehemalige DDR-Militärstation Ostervilm,südöstlich der Insel Rügen,mitten in der Ostsee. Versteigert wird sie um elf Uhr im Haus der Patriotischen Gesellschaft.

Der Anblick der rund 250 Quadratmeter großen Plattform im Greifswalder Bodden ist gespenstisch. Türen und Fenster sind aus den Angeln gerissen,die Holzdielen im Boden sind teils eingestürzt. Das Gebäude ist mit Grünspan und Vogelkot übersät.

Ostervilm diente einst der Volksmarine der DDR als sogenannte Entmagnetisierungsstation,wie die Norddeutsche Grundstücksauktionen AG mitteilt. Marineschiffe seien hier über eine Kabelschleife im Meer behandelt worden,damit sie nicht von Seeminen mit Magnetzündern erkannt werden.

»Die Insel ist nur über den Wasserweg erreichbar und nicht über irgendwelche Landwege«,sagt Hanna Scheibeler,Sachbearbeiterin des Auktionshauses. Sie sei also abgeschottet vom Festland.

1954 auf rund 600 Holzpfählen errichtet

Die künstliche Insel sei 1954 auf rund 600 Holzpfählen in einer Wassertiefe von etwa zehn Metern errichtet worden,heißt es im Katalog. Auf der Plattform gibt es ein Wohnhaus und einen Waschraum. »Spartanisch,aber funktional.«

Nach der Wende verfiel die Insel trotz wechselnder Besitzer immer mehr. Natur,Vogelkot und Vandalismus setzten dem Gebäude zu. Den heutigen Zustand beschreiben die Auktionatoren als »marode«. Es gebe Setzungsrisse,Stahlteile seien verrostet,Fenster zerstört. An den Mauern wüchsen Algen empor.

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Das Mindestgebot für die Insel liegt bei 39.000 Euro. Zusätzlich zur Insel könne eine frei aufgestellte Skulptur des Künstlers Gerhard Benz erworben werden,teilte das Auktionshaus mit. Es handele sich dabei um eine mehr als eine Tonne schwere Keramikglocke,die 1995 zum »River Art«-Festival in Belgrad erschaffen worden sei.

Einige Interessenten hätten auch schon Ideen zur künftigen Nutzung der Insel,sagt Scheibeler. So könnten auf dem kleinen Eiland etwa ein Casino oder eine Hochzeitslocation entstehen. Oder eine abgelegene Bar in der Ostsee.

ssu/dpa

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