Werk in Rheinland-Pfalz US-Pharmakonzern Eli Lilly halbiert Milliardeninvestition in Deutschland

Geschäft Jun 4, 2026 IDOPRESS

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Die Baustelle für den neuen Pharmastandort des US-Konzerns Eli Lilly in Rheinland-Pfalz

Foto: Arne Dedert / dpa

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly will wegen der Sparpläne der Bundesregierung im Gesundheitswesen eine geplante Milliardeninvestition in einen neuen Standort im rheinland-pfälzischen Alzey deutlich reduzieren. Konzernchef Dave Ricks sagte dem »Handelsblatt«,Deutschland werde mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz bei der Unterstützung der Branche auf den letzten Platz der europäischen Märkte fallen.

Eli Lilly wollte bislang 2,5 Milliarden US-Dollar in die neue Produktionsstätte im rheinhessischen Alzey stecken. In einer Mitteilung,die dem SPIEGEL vorliegt,kündigte das Unternehmen an,diese stark herunterzufahren. Vor dem Hintergrund des aktuellen gesundheitspolitischen Kurses in Deutschland sei nun geplant,den noch ausstehenden Umfang des Projekts um die Hälfte gegenüber der ursprünglichen Planung zu reduzieren. Es solle zunächst nur der »Mindestumfang des Hightech-Produktionsstandortes in Alzey« fertiggestellt werden,erklärte Ricks.

Bislang waren bis zu 1000 Fachkräfte für den Standort vorgesehen – sowie weitere 1,5 Milliarden US-Dollar bis zur Fertigstellung der Anlage. Mit der Reduzierung entfällt ein erheblicher Teil dieser Stellen und Investitionen in Deutschland. Diese hatte der damalige Regierungschef Olaf Scholz (SPD) noch als »Wirtschaftswunder« bezeichnet. Die damalige Bundesregierung soll dem US-Konzern pünktlich zur Ansiedlung in Rheinland-Pfalz die Möglichkeit zu Geheimverhandlungen mit den Krankenkassen zugesichert haben (Mehr dazu lesen Sie hier).

Auch der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim stoppt in Deutschland geplante Investitionen in einem hohen dreistelligen Millionenbereich. Es gehe um Ausgaben für die Jahre 2027 bis 2030 mit einem Gesamtvolumen von 900 Millionen Euro,teilte das Unternehmen in Ingelheim bei Mainz mit. Zuvor hatte das »Handelsblatt« darüber berichtet.

»Die nächste Innovation geht nach Lage der Dinge aktuell nicht nach Deutschland«,sagte Deutschlandchef Médard Schoenmaeckers demnach.

Als Gründe für den Schritt nannte Boehringer Ingelheim,ähnlich wie Eli Lilly,die schwierigen Rahmenbedingungen in Deutschland und erwähnte die Sparpläne der Bundesregierung bei den Gesundheitsausgaben. Diese sehen unter anderem höhere Rabatte vor,die Arzneikonzerne Krankenkassen künftig gewähren müssen.

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Zudem verwies das Unternehmen auf die größere Dynamik in anderen Märkten sowie die geopolitische Lage. Dazu zähle auch ein gewachsener Druck aus den USA. Boehringer Ingelheim hatte,wie andere Pharmaunternehmen,eine Art Abkommen mit der US-Regierung geschlossen,um von Pharmazöllen befreit zu werden. Eine Bedingung dafür ist,in Produktion und Forschung in Amerika zu investieren.

naw/dpa

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